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gil.html 21.12.2018

Helmar Kloss


Goethe in Leipzig

von Helmar Kloss

einfühlend gedeutete Dokumente und Berichte

Es entsprach den Wünschen des Vaters, dass der junge Goethe in Leipzig Ju­­risprudenz studierte, und nicht in Göt­tin­gen Alter­tums­wis­sen­schaft, wie er selbst gewollt hätte.
Jedenfalls hat Goethe dem Vater lebenslang vorgeworfen, dass dieser ihn nicht seinen eigenen Weg ha­t ge­hen las­sen.
Folglich kam es immer wie­der zu Abweichungen, Aufsässigkeiten oder sogar kleineren und größe­ren Rebellionen.
Deren größte war Goethes Abgang nach Weimar. Eine etwas kleinere lag in dem Umstand, dass er in Leipzig nicht nur Stu­dent sein wollte, sondern auch Dich­ter.
‘Bezahlt’ hat der Sohn auf zweierlei Weise: Zum einen begleiteten ihn ständig meist unbewusste Schuldgefühle, wenn er von den Verfügungen des Vaters abwich.
Zum anderen blieb Goethe lebenslang dem väterlichen Vorbild in konkurrenter Weise verhaftet.
Das Buch beruht auf der wissenschaftlichen Arbeit “Die Leiden des jungen Goethe - Charakter und Werk“, siehe Homepage/8, das den meisten Menschen zu schwierig zu sein scheint.
Literaturwissenschaftler weisen sie mit dem Argument zurück, es handle sich um Psychologie. Psychologen lehnen es ab, weil es um Literatur gehe.
Dass man mithilfe des Instrumentariums zweier Disziplinen mehr sehen könnte als Spezialisten, kann sich niemand vorstellen.
Deshalb diese auch für Laien verständliche Fassung der wichtigsten Ergebnisse.
Aber auch für historisch Interessierte ist das Buch lohnend, denn man begegnet Menschen, die vor 250 Jahren gelebt haben.