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helenakostpr.html 01.01.2019

Helmar Kloss


HELENA

oder

Liebesträume und Traumata

Romantic

  In dem Roman geht es zwar um Liebe, denn die zwei Pro­ta­gonisten träumen von ihr, aber ehe sich die­se zwei Menschen lie­ben können - und das für mehr als eine Nacht - muss viel ge­sche­hen. Zahl­reiche äußere und innere Schwierig­kei­ten müs­sen über­wun­den wer­den, und in dem Roman geht es vor allem um diese Schwierigkeiten. Allerdings illustriert er dadurch die eigentliche Bedeutung des Wortes "Liebe": Sie ist die Kraft, die all das zu überwinden vermag, was Menschen trennt.


Kostproben

Teil 1
Was ich hier berichten will, ist die einigermaßen seltsame Geschichte von einem, der auszog, nein, - nicht das Fürchten, sondern eine Frau kennen- zu lernen. Was imübrigen jedoch oft auf dasselbe hinausläuft. Jedenfalls hatte der Held  dieser Geschichte bei seinen letzten einschlägigen Versuchen das Fürchten gelernt. Inzwischen war er aber dessenungeachtet wild entschlossen, das Vergangene vergangen sein zu lassen und einen neuen Versuch in Sachen Liebe zu wagen.

   Das Schöne an Filmen, die Komödien  genannt werden: Man weiß von vornherein, daß es gut ausgehen wird. Im wirklichen Leben ist das leider anders. Die nicht mehr ganz junge Frau hatte ihn  im Laufe ihres Lebens mehrfach gekriegt , doch am Ende war es nie der Richtige  gewesen. Inzwischen war sie kurz davor zu resignieren und sich innerlich auf ein Leben als alte Jungfer  einzustellen. Die Männer, für die sie sich ansatzweise interessierte, interessierten sich nicht für sie, und die sich für sie interessierten, ließen wiederum sie kalt. Meistens jedenfalls. Und die wenigen Fälle, in denen sie sich etwas davon versprochen hatte, ihn kriegen zu wollen, waren schlecht ausgegangen. Nur eine Geschichte war noch nicht ganz ausgestanden, doch war sie sich imgrunde sicher: Auch daraus würde wieder nichts werden.

   In Helenes Seelenleben gab es mehrere Verwerfungen und Widersprüche, die sie nicht wahrhaben wollte. Sicher, sie träumte von einem Prinzen, der sie retten sollte. Doch war das nur die eine Seite, die romantisch-weibliche sozusagen. Daneben gab es eine andere, eine trotzig-rebellische, die darauf bestand, daß sie selbständig und ganz ohne fremde Hilfe zurechtkäme. Schließlich hatte sie auch ihre beruflichen Erfolge ohne die Hilfe eines Mannes geschafft! Infolgedessen fragte jemand in ihr: Wie kommt eigentlich dieser Typ dazu, dir Vorschriften machen zu wollen!? Redet klug daher, als ob er die Weisheit mit Löffeln gefressen hätte! Diese beiden Seiten standen in unversöhnlichem Grabenkampf einander gegenüber, ohne daß sie sich je zu Gesicht zu bekommen hätten. Und ohne es zu merken, war Helmut dabei, jedem dieser versteckten Feinde, die bisher heimlich, wie die Maulwürfe eines Spionageromans, ihre Fäden gesponnen und Tretmienen gelegt hatten, den Gegner zu zeigen und die Frage aufzuwerfen, wie Helene sie miteinander zu versöhnen gedächte. - Ein echter Horror, dieser Mann!

   Der Richtige im richtigen Moment,  dachte Helene glücklich und lächelte dabei. Wie sehr sie sich zeitweilig gesträzubt hatte, war vergessen.

   Die im Grunde schlichte Handlung - erst kriegt er sie nicht, schließlich kriegen sie sich doch - wird begleitet und umrankt von der Darstellung seelischer Strömungen, persönlicher Auseinandersetzungen und Unterhaltungen "über Gott und die Welt", denn dem Autor geht es nicht allein darum, durch eine Handlung mit einer Reihe überraschender Wendungen zu unterhalten. Ihn interessiert vor allem die Frage: Warum handeln Menschen, wie sie es tun?


Handlung (Kurzfassung)

Teil 1
Ein Mann erobert eine Frau. Beziehungsweise er versucht es.
Aber wie er es zu tun unternimmt, ist - na, sagen wir mal - eher ungewöhnlich. Nicht nur ist das Ziel seiner Wünsche zunächst wenig geneigt, sich von ihm erobern zu lassen, - auch er selbst steht sich immer wieder im Weg. Schließlich kommen sie sich doch näher; nicht zuletzt, weil die Frau neugierig geworden ist. Aber am Ende gelingt es dem Mann nicht, ihr die recht ungewöhnliche Situation schmackhaft zu machen, die er ihr zu bieten hat.

Teil 2
Obwohl zunächst gescheitert, ist seine Werbung an der Umworbenen jedoch nicht  spurlos vorübergegangen. Ja, durch gewisse Verschiebungen in ihrer inneren Gemengelage wird aus der Verfolgten bald eine Verfolgerin, die nach einigem Hinundher sogar bereit ist, der uralten, aber veraltet scheinenden Devise zu folgen, die da lautet: “Wo du hingehst, da will auch ich hingehn.” Die schwierige Entscheidung, die sie nicht allein des Mannes, sondern auch ihres Kinderwunsches wegen trifft, ist nicht jederfraus Sache, denn sie gefährdet Karriere und Unabhängigkeit. Doch wie sie zu ihr gelangt, ist mindestens interessant, vielleicht sogar fesselnd.