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unfruchtbarkeit.html 15.03.2018

Helmar Kloss

Über Ernährung und Unfruchtbarkeit  15.03.2018

Helmar Kloss (Copyright)
                                                            

     Es soll hier um den Zusammenhang zwischen un­er­fülltem Kin­der­wunsch und Unfruchtbarkeit ei­ner­seits und der heute üblichen Ernährung an­de­rer­seits gehen.
     Auch wenn die meisten Menschen es nicht wahr­ha­ben wollen: bio­logisch gesehen ist der Mensch ein Pflan­zen­fres­ser. Es gibt bei ihm nicht das al­ler­klein­ste anatomische Merkmal, das man von Raubtieren kennt. Er hat keine Reiß­zäh­ne, be­sitzt keine Klau­en oder Pranken, mit denen er Beu­tetiere be­täuben könn­te, ha­t auch keine Kral­len zum Greifen oder schar­fe Schnä­bel zum Hac­ken. Nicht einmal über Giftzähne ver­fü­gt er! Ein­deu­tig ist der Mensch kein Raubtier und stammt auch von keiner Art Raub­tier ab.
     Für die Richtigkeit dieser Behauptung gibt es weitere Beweise: Raubtiere und Aasfresser kön­nen den Unterkiefer nur auf- und ab­bewegen. Sie reißen Stücke aus der Beute und ver­schlingen sie. Manch­mal ver­schlingen sie das Beutetier ganz. Doch der Mensch hat nicht nur keine Reiß­zähne, son­dern kann mit seinem Un­ter­kie­fer ma­len­de Kau­be­we­gun­gen aus­führen, wie Pflan­zen­fres­ser und Wie­der­käuer. Könnten Raubtiere das tun, würden sie sich mit ih­ren ei­genen Zäh­nen ver­letzen. Erst nach Do­mes­tikation des Feuers ha­ben unsere Ur­ah­nen ge­lernt, Fleisch in grö­ße­ren Mengen zuzubereiten und zu essen, - vor viel­leicht ei­ner Million Jah­re; vielleicht auch früher. Unsere Erbanlagen hat das aber nicht oder nur we­nig be­ein­flusst.
     Und schließlich noch ein letzter Be­weis: Die mensch­liche Mut­ter­milch enthält mit 2% weniger Pro­teine als Kuhmilch mit 3,3%. Und dass Kühe Pflan­zen­fresser sind, wird ja wohl niemand in Zweifel zie­hen.
     Solange der Mensch durchschnittlich nur 25 Jahre alt wurde, wie noch im Mittelalter, oder 45 Jahre, wie im 19. Jahrhundert, spielte es kei­ne große Rolle, was er aß. Er starb lan­ge be­vor sich Sym­ptome der Krank­heiten entwickeln konnten, an de­nen heu­te große Teile der zi­vi­li­sier­ten Menschheit lei­den. Nur die dank der mo­dernen Me­di­zin im Durch­schnitt stark ver­län­ger­te Lebenszeit sowie der dank wirt­schaft­li­chen Wohl­standes un­ge­mein erhöhte Proteinkonsum ha­ben da­zu ge­führt, dass Men­schen in gro­ßer Zahl an Krank­hei­ten leiden, unter denen frü­her nur Rei­che lit­ten, weil die meisten Men­schen ent­we­der zu arm waren, um sich tierische Protei­ne in ge­fähr­li­chen Mengen leisten zu können, oder in­fol­ge von Krie­gen und In­fek­tio­nen viel zu früh star­ben, als dass sie diese Sym­ptome hät­ten ent­wic­keln kön­nen. Die längere Lebenszeit sowie die Er­näh­rungs­g­e­wohn­hei­ten mit ei­ner falschen, zu­viel Pro­teine tie­rischer Her­kunft ent­hal­ten­den und darüber­hinaus oft zu reich­haltigen Er­näh­rung sind an zahl­rei­chen Krank­hei­ten schuld, unter denen der mo­der­ne Mensch leidet. Vege­ta­rier, die sich mit einem Anteil von Pro­teinen in der Nah­rung be­gnügen, der ungefähr dem in der Mut­ter­milch ent­spricht - was je nach Größe und Kör­per­ge­wicht auf einen Konsum von etwa 35 bis 80 g tie­rischer Pro­teine in der Wo­che hin­aus­läuft (die meisten Menschen essen bei jedem Frühstück mehr) – leiden jedenfalls nicht unter die­ser Art von Krank­hei­ten.
     Die Fol­ge des Umstandes, dass die Men­schen im Lau­fe von Jahr­zehn­ten ungeheuer große Mengen tie­rischen Ei­wei­ßes konsumieren, das zu ver­ar­bei­ten ihr Organismus nicht ge­eig­net ist: Er schafft es we­der, die Pro­teine zu ver­brau­chen (auch durch Sport nicht) noch al­le in Harnsäure um­zu­wan­deln und aus­zu­schei­den, wo­von die Schul­me­dizin ausgeht. Viel­mehr wir­d mehr und mehr im Kör­per ge­spei­chert. Auf die komplizierten Ein­zel­heiten dieser Vor­gän­ge kann hier nicht ein­ge­gangen werden. Je­den­falls führen Prozesse, die mit der Eiweiß­spei­che­rung zusammenhängen, zu einer Ver­än­de­rung der Kon­sistenz der Körper­flüs­sig­kei­ten, die alle Kör­perzellen er­näh­ren, wodurch die Zell­er­näh­rung zu­neh­mend er­schwert wird. So­wohl die Ver­sor­gung der Zel­len mit Nähr­stoffen und Sauer­stoff als auch die Drai­na­ge der Stoff­wech­sel-Ab­fallprodukte funk­tio­nie­ren immer schlech­ter. Viele Zellen ver­mö­gen ir­gend­wann ih­re or­gan­spe­zifischen Auf­gaben nicht mehr zu er­fül­len, ent­arten zu Bin­de­ge­webs­zellen (im Me­di­zi­ner­jargon "Fi­bro­sen", "Sklerosen", "Zir­rho­sen", "Stenosen“ ge­hei­ßen) oder ster­ben ab (“Ne­kro­sen“). Zum Beispiel hängen auch die so­ge­nann­ten “Au­toimmun­krank­hei­ten“ und Dia­be­tes (Typ 2) mit die­sen Vorgängen zu­sammen.
     Nun zu der Frage, was das mit den Themen ’un­er­füllter Kin­derwunsch’ und ’Unfruchtbarkeit’ zu tun hat: Wel­che Or­gane zu­­erst und wie stark ge­schä­digt wer­den, hängt von Erb­fak­to­ren, Um­welt­ein­flüs­sen und dem Alter ab. Doch wenn Zel­len ge­schä­digt wur­den, die an der Fort­pflan­zung be­tei­ligt sind – Ei- und Samenzellen bzw. die sie er­zeu­gen­den Organe Eierstöcke und Hoden – kann Un­frucht­bar­keit die Fol­ge sein.
     Wen die auf Untersuchungen von Prof. Lothr Wendt beruhenden Argumente überzeugt haben, so dass er wissen will, was er tun könnte, um viel­leicht doch noch auf natürlichem Wege Nach­kom­men zu zeu­gen, muss allerdings zu längeren, schwieri­gen Änderungen seines Lebensstils be­reit sein. Als Lohn winken dann aber nicht nur die heiß ersehn­ten Kinder, son­dern auch ein im Durch­schnitt um sieben Jah­re ver­längertes, ge­sun­des Le­ben.

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